Schilddrüsenunterfunktion


Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine ungenügende Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen. Dabei verlangsamt sich der Stoffwechsel des Körpers und die Folgen sind z. B. Antriebsschwäche, verlangsamtes Denkvermögen und Darmträgheit.

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Anatomie der Schilddrüse im Hals

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind vielfältig. Mögliche Symptome sind:

  • Kälteempfindlichkeit
  • Antriebsschwäche
  • Teilnahmslosigkeit
  • Schwächezustände
  • Darmträgheit
  • Heiserkeit
  • trockene Haut
  • brüchiges Haar
  • verlangsamtes Denkvermögen

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Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Je nach Entstehungsort der Unterfunktion unterscheidet man zwei Formen der Schilddrüsenunterfunktion.

  • Primär – wenn sich die Ursache in der Schilddrüse selbst befindet.
  • Sekundär – wenn die Ursache für die Unterfunktion in der Hirnanhangdrüse zu finden ist.

Darüber hinaus kann eine angeborene von einer erworbenen Hypothyreose unterschieden werden.

Die häufigste Form der primären Hypothyreose ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Andere Ursachen für eine verminderte Schilddrüsenfunktion sind

  • eine Radiojodtherapie,
  • eine Schilddrüsenoperation, bei der nur wenig Schilddrüsengewebe übrig bleibt,
  • der Gebrauch von Thyreostatika (Medikamente, die die Hormonproduktion hemmen).

Bei der sekundären Schilddrüsenunterfunktion steht der Ausfall der Hormonproduktion der Hirnanhangdrüse, z. B. durch einen Tumor der Hirnanhangdrüse, im Vordergrund.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

In Deutschland gehört die Diagnose der angeborenen Hypothyreose zum Neugeborenen-Screening, das am 4. oder 5. Lebenstag durchgeführt wird. Durch die einfache Messung des TSH-Spiegels im Blut können so schwerwiegende Folgen für die kindliche Entwicklung vermieden werden.

Auch bei den erworbenen Formen der Hypothyreose spielt die Labordiagnostik eine entscheidende Rolle, vor allem angesichts der Tatsache, dass bei Erwachsenen die klinischen Symptome nicht immer im direkten Zusammenhang mit den Laborveränderungen stehen. Unterstützend kommen Anamnese, Symptome und bildgebenden Verfahren (vor allem Sonographie und Szintigrafie) zur Anwendung.

Die Bestimmung des TSH-Spiegels im Blut dient als Screening-Parameter. Bei normwertigem Ergebnis und klinisch unauffälligen Patienten muss keine weitere Diagnose in diese Richtung erfolgen. Sollte sich der TSH-Wert nicht im Normbereich befinden und /oder der Patient hat Symptome, die weiter an eine Schilddrüsenunterfunktion denken lassen, so wird die Labordiagnose durch die Bestimmung von TPO-AK (Antikörper gegen Schilddrüsenperoxidase) und der Antikörper gegen Thyreoglobulin (Tg-AK) ergänzt. An diese Stelle ist auch eine Sonographie bei der Suche nach der Ursache hilfreich.

Schilddrüsenunterfunktion behandeln

Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion besteht in der lebenslangen Gabe von Schilddrüsenhormonen. Bei der angeborenen Hypothyreose sollte damit direkt nach
Diagnosestellung begonnen werden. Bei der erworbenen Form der Hypothyreose kann mit der lebenslangen Ersatztherapie gewartet werden, bis sich klinische Symptome zeigen.

Wichtig ist die persönliche Dosisanpassung bei der Therapie, mit einer niedrigen Dosis am Anfang und langsamer Steigerung, um ungewünschte Arzneimittelwirkungen zu vermeiden.

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Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung.

Die genauen Gründe für den Ausbruch der Erkrankung sind unklar. Genetische Ursachen, schwere Viruserkrankungen und das PCO-Syndrom scheinen einen Einfluss zu haben.

Für die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis ist ergänzend zur Basis-Diagnose die Bestimmung von Thyreoperoxidase-Antikörpern und von Thyreoglobulin-Antikörpern notwendig.

Die Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis besteht im lebenslangen Ersatz von Schilddrüsenhormonen.