Weltdiabetestag 14.11.2017: Frauen und Diabetes

6,7 Millionen Menschen mit Diabetes gibt es in Deutschland, weltweit sind sogar 422 Millionen Menschen betroffen – Tendenz steigend. Täglich erkranken etwa 1.000 Menschen neu an der Stoffwechselstörung. Etwa 90 Prozent leiden an Diabetes mellitus Typ 2, früher auch als Alterszucker bekannt. Während Typ-1-Diabetes, der sich meist im Kinder- oder Jugendalter manifestiert, auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen ist, ist Typ-2-Diabetes meist lebensstilbedingt. Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, aber auch Medikamente können die Stoffwechselerkrankung auslösen.

Gefährliche Zuckerkrankheit

Diabetes ist jedoch mehr als nur zu hoher Blutzucker. Die fortschreitende Erkrankung führt zu Nervenschäden und gefährlichen Veränderungen an den Blutgefäßen. Zwei Drittel aller Diabetes-Betroffenen versterben vorzeitig an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch

  • Sehstörungen
  • Amputationen
  • Nierenschädigungen
  • Sexualstörungen
  • psychische Probleme

treten als Spätfolgen des Diabetes auf

Frauen haben nach der Diagnose Diabetes eine schlechtere Prognose als Männer. Denn wegen ihres beweglicheren Hormonhaushaltes können sie Blutzucker und Blutfette schwerer einstellen. Auch treten Depressionen infolge des Diabetes bei Frauen etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern. Kümmern sich die Betroffenen in der depressiven Episode nicht ausreichend um ihre Diabetestherapie, verschlechtert sich der Zustand weiter. Zudem leiden Frauen mit Typ-2-Diabetes 10-mal häufiger an einer koronaren Herzkrankheit als gesunde Frauen.

Frauen und Diabetes

Frauen im Fokus

Aus diesem Grund steht der Weltdiabetestag am 14.11.2017 ganz im Zeichen der Frauen. Denn sie sind durch die Krankheit nicht nur gefährdeter als Männer. Sie profitieren auch weniger von den Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten. Außerdem haben sie – weltweit gesehen – seltener Zugang zu Sportmöglichkeiten – ein wichtiges Element, gerade in der Behandlung von Typ-2-Diabetes. Und es sind die Frauen, die sich um die Ernährung der Familie kümmern und damit das Wissen um eine gesunde und ausgewogene Lebensweise in die nächste Generation tragen.

Weltweit sind bereits heute 199 Millionen Frauen von der Zuckerkrankheit betroffen. Bis 2040 könnte die Zahl auf 313 Millionen ansteigen, befürchten Experten. Die Gesundheitssysteme rund um den Globus müssen künftig den spezifischen Bedürfnissen der Frauen entsprechen und ihnen neben den essenziellen Diabetesmedikamenten auch Informationen zur Prävention, aber auch zum Selbstmanagement ihrer Krankheit bieten. Zudem müssen Frauen mit Diabetes Zugang zu Präkonzeptionen haben, um das Risiko einer Fehlgeburt oder Fehlbildung während der Schwangerschaft zu reduzieren, fordern die Experten.

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Bereits seit 1991 widmen die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale Diabetes-Föderation den 14. November der Krankheit. Der Tag ist nicht zufällig gewählt – es ist der Geburtstag von Frederick G. Banting, der im Jahr 1921 das Insulin entdeckte.


von Die Redaktion. 14.11.2017


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