Süßstoff – gesunde Alternative oder tickende Zeitbombe?

Ohne Zucker – das klingt erst mal richtig gesund. Doch Vorsicht: Was mit dem Siegel „ohne Zucker“ angepriesen wird, enthält oft Unmengen von künstlichem Süßstoff. Hauptsache süß mag man meinen – doch der gesundheitliche Nutzen des Zuckerersatzes ist bei Medizinern und Ernährungswissenschaftlern seit Langem umstritten. Eine zusammenfassende Studie kommt jetzt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Immer wieder Gegenstand von Studien: Süßstoff

Nicht erst seit dem Appell von Landwirtschaftsministerin Klöckner, den Zuckerkonsum einzuschränken, steigt die Akzeptanz von Süßstoff als Zuckerersatz. Doch tun sich Verbraucher damit wirklich einen Gefallen? Studien über die Auswirkungen von Süßstoff gibt es bereits zuhauf. Mal wurden die Konsequenzen für Gewicht, Blutzucker und Zahngesundheit untersucht, mal stand der Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen, mal sogar mit Krebs im Fokus. Andere wieder untersuchten den Einfluss von Süßstoff auf Psyche und Verhalten.

Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Freiburg fasste jetzt die Ergebnisse von 56 Studien in einer Meta-Analyse zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht sehr ermutigend – es war kein zwingender Beweis für den gesundheitlichen Nutzen des künstlichen Surrogats zu finden. Nicht einmal beim Abnehmen war Süßstoff als Zuckerersatz hilfreich. Selbst langfristige Beeinträchtigungen der Gesundheit wollten die Freiburger Forscher nicht ausschließen.

Zucker und Süßstoffe
Zucker oder Süßstoff? © samuelgarces – stock.adobe.com

Zu viel Zucker – ein Teil ungesunder Ernährung

Keine gute Nachricht für Süßschnäbel und Zuckerjunkies. Wer Zucker durch Süßstoff ersetzt, tut offenbar nichts für seine Gesundheit. Was ist also die Alternative – ein Leben ohne Zucker? Das dürften wohl die Wenigsten schaffen. Doch wer gesund leben will, muss keineswegs auf Zucker verzichten.

Wie bei allem kommt es auf das richtige Maß an – denn nicht Zucker an sich, sondern ein Zuviel an raffiniertem Zucker macht krank. Jeder Bundesbürger nimmt im Durchschnitt 40 kg reinen Zucker im Jahr zu sich – eindeutig zu viel! Der direkte Zusammenhang mit Diabetes Typ II, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist hinlänglich bekannt.

Kontrolle zurückgewinnnen

Oft ist uns der hohe Zuckerkonsum gar nicht bewusst – denn gerade in viel beworbenen Fertiggerichten verstecken sich jede Menge Zucker oder eben der nicht weniger bedenkliche Süßstoff.

Wie sieht also die Lösung aus? Am besten weitgehend auf solche Produkte verzichten und unsere Speisen aus frischen Lebensmitteln zubereiten. So gewinnen wir nicht nur die Kontrolle über den eigenen Zuckerkonsum und schädliche Zusatzstoffe zurück – wir tun auch viel für unsere Gesundheit.

Selbst bestimmen, was auf den Teller kommt

Eine besonders große Umstellung ist das für Menschen, die bereits in ihrer Kindheit auf industriell verarbeitete Speisen konditioniert wurden. Umso wichtiger ist es, schon die eigenen Kinder an eine gesunde Küche heranzuführen. Das funktioniert allerdings nur, wenn wir das als Eltern auch vorleben. Welchen besseren Grund könnte es geben, seine Ernährungsampel in Sachen Gesundheit von Rot auf Grün umzustellen?

Grüne Welle für mediterrane Kost

Besonders für diesen Zweck geeignet: Die Mittelmeerdiät, bei der viel frisches Gemüse, Obst und Salat – dafür aber wenig Fleisch auf den Tisch kommt (lesen Sie in unserem Beitrag mehr dazu). Die mediterrane Küche ist nicht nur lecker und gesund – es geht auch immer bunt zu.

Das versetzt selbst Kinder und Kochmuffel in Schnippellaune. Die beste Art, Kindern ein Rüstzeug mitzugeben, um sich künftig vor Diabetes Typ II, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu wappnen! Gesunde Ernährung ist eine Investition in die Zukunft und in Ihre eigene Gesundheit. Auf was also noch warten?


von Die Redaktion. 28.02.2019


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