Mittelmeerdiät – Bollwerk gegen Diabetes und Schlaganfall?

Diabetes Typ II ist überall auf dem Vormarsch. Heute erkranken mehr als doppelt so viele Menschen daran wie noch vor 30 Jahren – und sie werden immer jünger. Schuld an der Misere ist vor allem unsere Ernährung. „Fleisch ist das neue Gemüse“ lautet die Devise dank günstigem und jederzeit verfügbarem Fleisch. Fertiggerichte ersetzen immer mehr frisch zubereitete Speisen. Dass das auch anders geht, zeigen uns Italiener, Griechen und Spanier. Ihnen verdanken wir die oft zitierte Mittelmeerdiät. Doch was macht mediterrane Kost eigentlich aus – und welche Auswirkungen hat sie wirklich auf unsere Gesundheit?

Moderne Ernährungsgewohnheiten – Die Ursache allen Übels?

Entgegen dem, was uns gewiefte Marketingstrategen weismachen wollen, ist „moderne Ernährung“ keineswegs gesund. Jedenfalls nicht, wenn damit industriell hergestellte Fertiggerichte wie Lasagne, Pizza & Co gemeint sind. Lesen Sie in einem früheren Blogbeitrag mehr dazu! Kommen dann noch eine ungesunde Lebensweise und wenig Bewegung hinzu, ist Übergewicht nicht mehr weit – die Weichen für Diabetes sind gestellt. Wer erst am Typ II-Diabetes erkrankt ist, trägt ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Die mediterrane Kost macht alles besser

Spanische Forscher wiesen in einer Studie nach, dass Mittelmeerkost das Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken, bei älteren Menschen um 30 Prozent senkt – und das ohne Maßnahmen zur Gewichtsreduktion oder mehr Bewegung. Die Mittelmeerdiät erwies sich sogar wirksamer als fettarme Kost.

Eine weitere Studie mit über 7.000 Teilnehmern belegt, dass Ernährung nach mediterranem Vorbild das Schlaganfallrisiko bei Diabetikern deutlich senkt. Doch das ist nicht alles. Untersuchungsgegenstand war ebenfalls, wie sich die Mittelmeerdiät auf eine genetische Vorbelastung für Diabetes Typ II auswirkt. Offenbar vermag mediterrane Ernährung sogar das Risikogen TCF7L2 in Schach zu halten – denn selbst bei vorbelasteten Menschen trat die Erkrankung kaum zutage.

Auch für Menschen, die bereits an Diabetes erkrankt sind, kann die Mittelmeerdiät Besserung bringen. Eine europäische Studie, die erst im Januar veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass eine auf mediterraner Kost basierende Ernährung die Blutzuckerwerte besser senken kann als andere Ernährungsformen.

Deswegen ist es so wichtig, immer wieder auf die Bedeutung der Ernährung hinzuweisen und die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen.

Was ist an der mediterranen Ernährung so anders?

Die Mittelmeerdiät beinhaltet eine Vielzahl gesunder Komponenten. Grundpfeiler sind

  • viel frisches Gemüse,
  • Knoblauch,
  • Obst und Salate und
  • wenig rotes Fleisch.

Statt Schwein und Rind kommen Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch – sie liefern die so wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Olivenöl ersetzt tierische Fette und Transfette. Es enthält jede Menge ungesättigte Fettsäuren, ist entzündungshemmend, verbessert die Blutfettwerte, stärkt das Immunsystem und schützt die Zellen. Olivenöl ist in der mediterranen Küche überall präsent – ob im Salat, zum Anbraten oder in der Suppe. Aber auch Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide sind unverzichtbare Bestandteile der Powerernährung. Sie enthält alle wichtigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die der Organismus braucht.

Gazpacho - Ein traditionelles spanisches Rezept
Gazpacho – Ein traditionelles spanisches Rezept

Ein simples Rezept, das selbst Kochmuffel überzeugt: Gazpacho. Die kalte spanische Suppe strotzt nur so vor gesunden Zutaten und ist schnell und einfach zubereitet. In grobe Stücke geschnittene Tomaten, grüne Paprika und Knoblauch in einen Mixer geben, einen guten Schuss Olivenöl, Salz und Pfeffer dazu und pürieren. Je nach Gusto mit frischem Basilikum oder gerösteten Brotwürfeln garnieren und kalt genießen. Mediterrane Kost klingt nicht umsonst nach Sonne und Urlaub – sie schmeckt auch so!

Mediterrane Küche als Teil des täglichen Lebens

Wer mediterrane Ernährung in seinen Alltag integrieren möchte, bereitet seine Mahlzeiten so oft wie möglich aus frischen Zutaten selbst zu. Selbst kleine Veränderungen in den Essgewohnheiten bringen viel. Greifen Sie abends mal statt Süßigkeiten und Chips zu Walnüssen, Mandeln oder Haselnüssen und verwenden Sie für Ihre Salate Olivenöl.

Auch beim Verzehr der zubereiteten Köstlichkeiten sollte ein Stück mediterrane Gelassenheit einkehren. Denn gesundes Essen wird noch gesünder, wenn wir es nicht achtlos nebenbei verschlingen, sondern jeden Bissen langsam und bewusst genießen. Dann werden die positiven Auswirkungen auf Ihre Gesundheit nicht lange auf sich warten lassen!


von Die Redaktion. 06.02.2018


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