Gesunde Ernährung gegen Diabetes

Diabetes Typ 2 ist mit großem Abstand die häufigste Form der Zuckerkrankheit. Früher sprach man von „Altersdiabetes“, da vor allem Ältere betroffen waren. Heute erkranken jedoch auch immer mehr jüngere Menschen daran. Zwar spielen auch genetische Faktoren eine große Rolle, doch ein ungesunder Lebensstil – wenig Bewegung, Rauchen und schlechte Ernährung – begünstigt ebenfalls wesentlich die Entstehung von Diabetes.

Aktuelle Studien zu Diabetes und Übergewicht

Insbesondere Übergewicht erhöht das Risiko einer Erkrankung um ein Vielfaches – auch bei Kindern. So verglichen britische Forscher im Rahmen einer Ende April 2017 veröffentlichten Studie die Krankenakten von rund 370.000 Kindern und setzten die an Diabetes Typ 2 erkrankten Fälle in Relation zu ihrem Körpergewicht. Dabei kristallisierten sich zwei Erkenntnisse heraus:

  • Die Zahl der neuerkrankten Kinder stieg in den letzten 20 Jahren um mehr als 500% an
  • Die meisten dieser Kinder waren übergewichtig, knapp die Hälfte sogar adipös (fettleibig)

Die Zunahme der Neuerkrankungen lässt sich durch die immer ungesündere Ernährung der Kinder durch zu viele Softdrinks und Fertigmahlzeiten sowie gleichzeitig immer weniger Bewegung erklären. Kinder haben ein um 60 % höheres Risiko, fettleibig zu werden, wenn sie jeden Tag Softdrinks bekommen – und anstatt im Freien aktiv zu sein, sitzt der Nachwuchs heute zu häufig vor dem Fernseher oder Computer.

Im Februar 2017 publizierten schwedische Wissenschaftler eine Studie, die sich ebenfalls mit dem schädlichen Effekt von Übergewicht befasste. Sie fanden heraus, dass Menschen über 40 ihr Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, deutlich reduzieren können, wenn sie auf ihr Gewicht achten. Wenn alle in diesem Alter ihr Gewicht um 5% senken könnten, ließen sich demnach 40% aller Diabeteserkrankungen verhindern. Und auch, wer ab 40 nicht mehr zunimmt, reduziert das Risiko auf eine Neuerkrankung.

Machen Sie sich bewusst, was Sie zu sich nehmen

Eine bewusste Ernährung ist die Grundlage sowohl zum Abnehmen als auch zum Halten des Gewichts. Der wichtigste Rat dabei lautet: Verzichten Sie möglichst auf Fertigmahlzeiten und Fast Food. Diese Produkte sind in hohem Maße industriell verarbeitet und enthalten zu viele dickmachende Zusätze wie Zucker, gesättigte Fettsäuren und insgesamt zu viele Kalorien. Weitere Stoffe können sich zudem negativ auf die Verdauung und somit auf Ihr Gewicht auswirken.

Daneben finden sich in den Doseneintöpfen, Instantsuppen, Pulverbeuteln und vakuumverpackten Schnellgerichten auch ungesunde chemische Zusatzstoffe, wie

  • Geschmacksverstärker
  • Ersatzmittel
  • Säuerungsmittel
  • Farbstoffe
  • Konservierungsstoffe

Eine Nebenwirkung ist, dass diese maschinell gefertigten Produkte nicht lange satt machen. Manche Zusätze, wie der Geschmacksverstärker Glutamat, unterdrücken außerdem das Sättigungsgefühl. So greifen Sie schnell zu weiteren Snacks. Fertiggerichte mögen praktisch sein, doch sie eignen sich keinesfalls für den täglichen Verzehr. Als Faustregel gilt: Je stärker ein Produkt verarbeitet wurde, desto ungesünder ist es für Sie.

Ähnlich problematisch sind Softdrinks wie z.B. Cola. Viele Menschen konsumieren die süße Limonade in Massen. Doch der enthaltene Zucker erhöht das Diabetesrisiko enorm. Erwachsene, die eine oder zwei Dosen täglich trinken, haben ein rund 25% höheres Risiko auf eine Erkrankung an Diabetes Typ 2.

Gesunde Ernährung

Nehmen Sie Ihre Ernährung selbst in die Hand

Im Optimalfall kochen Sie selbst und verwenden dabei frische Zutaten. Auch unverarbeitetes Gemüse, Kräuter oder Fisch aus der Tiefkühltruhe des Supermarkts eignen sich dafür sehr gut! Essen Sie beispielsweise mehr (selbst zubereitete) Kartoffeln, Vollkornprodukte und Lachs – diese Nahrungsmittel machen lange satt und sind gesund.

Fett ist außerdem nicht grundsätzlich schlecht. Wer denkt, nur ein vollständiger Fettverzicht führe zu purzelnden Pfunden, liegt falsch. Es gibt verschiedene Arten von Fetten:

  • Ungesunde gesättigte Fettsäuren, enthalten in Milchprodukten und rotem Fleisch
  • Ungesunde Transfette, die beim Härten von Fett entstehen und sich etwa in Backmargarine finden
  • Gesunde ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in pflanzlichen Produkten sowie Meeresfrüchten vorkommen

Gesättigte Fettsäuren und Transfette sind schädlich für Sie, ungesättigte Fettsäuren enthalten dagegen wichtige Vitamine. Diese helfen Ihnen nachweislich dabei, Diabetes sowie Herz- und Kreislauferkrankungen entgegenzuwirken.

Nutzen Sie also lieber Pflanzenöl statt Margarine zum Braten und ziehen Sie Fisch dem Schweinefleisch vor. Auch Nüsse und Avocados haben sehr viel Fett und damit einen schlechten Ruf – doch die ungesättigten Fettsäuren dieser Früchte sind sehr gesund und helfen dem Körper, die vielen Vitamine besser zu absorbieren. Außerdem sorgen diese Lebensmittel für ein Sättigungsgefühl, so dass Sie weniger Bedürfnis nach weiteren Leckereien haben.

Gesunde Ernährung ist nicht alles!

Beachten Sie aber, dass zu einer gesunden Lebensweise auch ausreichend Bewegung gehört. Auch der Verzicht auf Nikotin und übermäßig viel Alkohol reduziert das Risiko, Diabetes, Tumor- und Kreislauferkrankungen zu entwickeln.


von Debora Pape. 04.09.2017


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.